Zucker allein ist nicht allein unser größtes Gesundheitsrisiko, sondern ein oft übersehener, tiefgreifender Proteinmangel in Verbindung mit Muskelschwund. Sarkopenie, also der Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft, entwickelt sich nach der Erfahrung von Dr. med. Kurt Mosetter, zur stillen Volkskrankheit, die hinter vielen chronischen Erkrankungen steht – und dies zunehmend bereits im Kindes und Jugendalter.
Sarkopenie und Muskelschwund als unterschätzte Volkskrankheit
In der TV-Sendung Wissenschafts-Gremium beschreibt Dr. Mosetter die Muskulatur als ein Organ, das uns Menschen trägt, schützt, den Stoffwechsel steuert und hunderte Botenstoffe produziert, die den gesamten Körper gesund erhalten. Sarkopenie war ursprünglich als eher seltenes, altersassoziiertes Phänomen bekannt. Heute setzt Muskelschwund nach seinen Ausführungen jedoch immer früher ein und betrifft zunehmend Menschen mittleren Alters und sogar Jugendliche.
Der Experte betont, dass dieser frühe Muskelschwund nicht genetisch vorprogrammiert ist, sondern primär auf unseren modernen Lebensstil zurückgeht. Bewegungsmangel und Übergewicht führen dazu, dass Fettgewebe funktionsfähige Muskulatur verdrängt und damit ein Prozess in Gang gesetzt wird, der Stoffwechselentgleisungen, Schmerzen und chronische Erkrankungen begünstigt. Besonders alarmierend ist, dass viele Ärztinnen und Ärzte den Begriff Sarkopenie zwar kennen, ihn aber nur selten aktiv diagnostizieren oder therapieren.
Sarkopenie Obesity: Wenn Übergewicht die Muskulatur verdrängt
Ein zentrales Schlagwort des Interviews ist der Begriff Sarkopenie Obesity. Damit wird die Kombination aus starkem Übergewicht und gleichzeitigem Muskelschwund beschrieben. Dr. Mosetter verweist auf Daten, wonach rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Europa stark übergewichtig oder adipös ist und ein erheblicher Teil dieser Gruppe zusätzlich unter ausgeprägter Sarkopenie leidet.
Diese Konstellation hat weitreichende Folgen für den gesamten Bewegungsapparat. Wenn Muskulatur durch Fettgewebe verdrängt wird, verlieren Knochen, Knorpel und Bindegewebe ihre notwendige Stabilität. Die Folge sind früh einsetzende Gelenk und Muskelschmerzen, Haltungsschäden und eine insgesamt geringere körperliche Belastbarkeit bereits in jungen Jahren. Nach Ansicht von Dr. Mosetter handelt es sich hier um eine still fortschreitende Katastrophe, deren Ausmaß in Medizin und Gesellschaft noch unterschätzt wird.
Muskulatur als Stoffwechselorgan und Schutzfaktor vor Zivilisationskrankheiten
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Rolle der Muskulatur als aktives Stoffwechselorgan. Geht Muskulatur verloren, entgleist der Stoffwechsel. Es entsteht Insulinresistenz, ein entzündlicher Stoffwechselzustand sowie eine Übersäuerungssituation. Nach Dr. Mosetter ist die Sarkopenie damit eine Hauptwurzel vieler Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Fettleber, Übergewicht, Herz Kreislauf Erkrankungen, Depressionen und neurodegenerativer Erkrankungen.
Umgekehrt beschreibt er die gut aufgebaute und regelmäßig aktivierte Muskulatur als eine Art Schutzschild für nahezu alle Organsysteme. Trainierte Muskeln unterstützen die Leber und das Gehirn, stabilisieren die Gefäße, entlasten das Immunsystem, reduzieren Entzündungen und tragen zur Prävention von Osteoporose, Stürzen und Gebrechlichkeit im Alter bei. In diesem Sinne versteht er aktive Muskulatur als bestes Medikament weit über den Bewegungsapparat hinaus.
Muskelschmerzen, Rückenschmerzen und muskuloskelettale Beschwerden
Im Verlauf des Interviews wird deutlich, dass Muskelschwund nicht nur ein abstraktes metabolisches Problem darstellt, sondern sich ganz konkret im Alltag bemerkbar macht. Dr. Mosetter erklärt, dass der Verlust stabilisierender Muskulatur dazu führt, dass andere Muskelgruppen kompensatorisch überlastet werden. Dieses Ungleichgewicht begünstigt Schmerzen im Bereich von Rücken, Gelenken und Muskulatur.
Solche muskuloskelettalen Beschwerden nehmen nach seinen Beobachtungen deutlich zu. Rückenschmerzen, Fibromyalgie und diffuse Muskel und Gelenkschmerzen werden häufig symptomatisch behandelt, ohne die eigentliche Ursache (die geschwächte Muskulatur) in den Mittelpunkt zu stellen. Eine effektive Therapie müsse daher immer den Wiederaufbau der funktionell wichtigen Muskeln, die Balance der Muskelketten und eine gezielte Ernährungsstrategie einbeziehen.
Protein als Superfood der Muskulatur
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Rolle von Protein als Grundbaustein der Muskulatur. Dr. Mosetter bezeichnet Protein wiederholt als Superfood für die Muskeln. Proteine und ihre Bausteine, die Aminosäuren, sind nach seiner Darstellung nicht nur für Muskelaufbau und Regeneration entscheidend, sondern ebenso für Zellerneuerung, Hormonsynthese, Immunsystem und Neurotransmitterproduktion.
Er kritisiert deutlich, dass in vielen medizinischen Therapiekonzepten der Proteinbedarf stark unterschätzt oder gar nicht thematisiert wird, obwohl es sich um einen fundamentalen Faktor für Heilung und Regeneration handelt. Seine Erfahrung aus Spitzensport, Geriatrie und Therapie zeigt, dass ohne ausreichend Protein weder Gewebeaufbau noch effektive Reparaturprozesse möglich sind. Proteinmangel führt zu Gebrechlichkeit, verzögerter Heilung und verstärkter Anfälligkeit für chronische Erkrankungen.
Moderne Proteinempfehlungen und täglicher Bedarf
Im Interview werden mehrere Pioniere der Protein und Sarkopenieforschung zitiert, die sich seit Jahrzehnten mit dem Zusammenhang von Muskulatur, Proteinversorgung und Gesundheit beschäftigen. Die von Dr. Mosetter genannten Empfehlungen liegen deutlich über den klassischen, eher niedrig angesetzten Referenzwerten.
Er erläutert, dass ältere Menschen nach aktuellen Erkenntnissen mindestens ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag benötigen, um Muskulatur und Funktionsfähigkeit zu erhalten. Bei körperlich aktiven Personen, Athletinnen und Athleten sowie bei Regenerations und Heilungsprozessen können Werte von eineinhalb bis zweieinhalb Gramm pro Kilogramm Körpergewicht erforderlich sein. In Phasen schwerer Verletzungen oder intensiver Belastung spricht er sogar von bis zu drei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, um Heilung und Wiederaufbau zu unterstützen.
Qualität und Vielfalt der Proteinquellen
Besonderen Wert legt Dr. Mosetter auf die Qualität und Vielfalt der Proteinquellen. Reine Menge allein reicht seiner Auffassung nach nicht aus. Einseitige Ernährung mit großen Mengen minderwertiger tierischer Produkte kann den Darm belasten, zu toxischen Abbauprodukten führen und Herz Kreislauf Probleme fördern.
Stattdessen empfiehlt er eine Kombination aus hochwertigen tierischen und pflanzlichen Proteinen in variabler Zusammensetzung. Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, gut verträgliche Proteinshakes ohne Zucker und problematische Zusatzstoffe sowie spezifisch zusammengesetzte Aminosäurenmischungen können dabei helfen, den Bedarf bedarfsgerecht zu decken. Entscheidend sei, dass Proteinpräparate nicht hauptsächlich aus Zucker oder Süßstoffen bestehen, sondern tatsächlich konzentrierte, gut verdauliche Eiweißquellen bieten.
Galaktose, T9 und der gezielte Muskelaufbau
Ein spannender Aspekt des Interviews ist die Kombination von hochwertigem Protein mit bestimmten Einfachzuckern, insbesondere Galaktose. Dr. Mosetter beschreibt Beobachtungen und Studienhinweise, wonach Galaktose in Verbindung mit Proteinen gezielt Muskelwachstum stimulieren kann, insbesondere bei bestehender Sarkopenie. Er zieht hier den Vergleich zur Muttermilch, in der Zucker nicht nur als Energiequelle, sondern auch als Wachstumsimpuls fungiert.
Im Gespräch wird das Konzept einer Mischung aus Protein und einer speziellen Galaktosemischung (wie etwa T9) angesprochen, die sowohl bei Kindern als auch im Profisport eingesetzt werden kann. Diese Kombination soll Muskelaufbau, Mitochondrienfunktion, Kollagensynthese sowie Knorpel und Knochenregeneration fördern. Entscheidend ist nach Dr. Mosetter, dass solche Produkte als Ergänzung zu einer insgesamt entzündungsarmen und ausgewogenen Ernährung genutzt werden.
Proteine, Hormone, Neurotransmitter und psychische Gesundheit
Die Bedeutung von Proteinen reicht im Interview weit über Muskulatur und Gelenke hinaus. Dr. Mosetter weist darauf hin, dass Aminosäuren die Grundbausteine zahlreicher Hormone und Neurotransmitter sind, die für psychisches Wohlbefinden, Schlaf, Stressverarbeitung und Sexualfunktion unverzichtbar sind.
Ein Mangel an bestimmten Aminosäuren kann nach seiner Darstellung zu Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und sexuellen Funktionsstörungen beitragen. Gerade bei Männern mit leistungsbedingten oder altersassoziierten Problemen im Bereich Potenz und Libido sieht er in der gezielten Proteinversorgung häufig einen entscheidenden, aber bislang unterschätzten Baustein. Statt allein auf hormonelle Medikamente zu setzen, sollten zuerst Energiehaushalt, Proteinzufuhr und Muskelstatus sorgfältig analysiert und optimiert werden.
Fasten, Energiehaushalt und ungewollter Muskelabbau
Gegen Ende des Interviews warnt Dr. Mosetter eindringlich vor ungezieltem oder falsch durchgeführtem Fasten. Viele Menschen hoffen, durch Nahrungsverzicht hauptsächlich Fett zu verlieren. In der Praxis wird bei fehlender Vorbereitung und unzureichender Nährstoffzufuhr jedoch oft wertvolle Muskulatur abgebaut.
Er erklärt, dass der Körper bei Energieknappheit Muskeln als Reserve anzapft, wenn nicht genügend Nährstoffe vorhanden sind oder der Zuckerstoffwechsel gestört ist. Besonders problematisch ist dies bei chronisch kranken, onkologischen oder stark erschöpften Patientinnen und Patienten, die ihre Muskulatur für Heilungsprozesse dringend benötigen. Sinnvolle Fastenkonzepte erfordern daher immer eine professionelle Begleitung, eine ausreichende Aminosäureversorgung und eine sorgfältige Abstimmung mit dem individuellen Energie und Muskelstatus.
Kleine Schritte: Bewegung, Proteine und individuelle Betreuung
Ein roter Faden des Gesprächs ist die Botschaft, dass niemand der beschriebenen Entwicklung ausgeliefert ist. Nach Ansicht von Dr. Mosetter kann jeder Mensch unabhängig vom Alter, Muskulatur aufbauen, Muskelschwund stoppen und damit einen wichtigen Hebel gegen Zivilisationskrankheiten in Bewegung setzen. Voraussetzung ist ein individueller, gut geplanter Einstieg mit kleinen Schritten statt überfordernden Programmen.
Gerade bei Übergewicht und bestehender Sarkopenie Obesity ist es wichtig, Training und Ernährung so zu dosieren, dass der Organismus nicht überfordert wird. Dazu gehört gegebenenfalls eine fachkundige Begleitung durch Therapeutinnen, Trainer, Ärztinnen oder Ernährungsexperten, die auf den Energiehaushalt, den Muskelstatus und den Proteinzustand achten. Ziel ist eine nachhaltige Veränderung, bei der Bewegung, Proteinzufuhr, Regeneration und Stressreduktion sinnvoll zusammenspielen.
Schlussgedanke und Einladung zum Video
Das Interview macht deutlich, dass die Muskulatur weit mehr ist als ein optisches oder sportliches Thema. Sie ist ein zentrales Steuerorgan für Stoffwechsel, Immunsystem, Hormone, Psyche und langfristige Lebensqualität. Wer Muskulatur verliert, verliert Stabilität, Regenerationsfähigkeit und Schutz vor vielen chronischen Erkrankungen. Wer Muskulatur gezielt aufbaut und ausreichend mit hochwertigem Protein versorgt, schafft dagegen eine tragende Säule für Gesundheit in jedem Lebensalter.
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Wenn Sie die Zusammenhänge zwischen Zucker, Proteinmangel, Muskelschwund und Zivilisationskrankheiten noch tiefer verstehen möchten und von den zahlreichen Beispielen, Erklärungen und praktischen Hinweisen profitieren wollen, empfiehlt es sich, das vollständige Video anzuschauen: