Nach einer Zeit der Stille melden wir uns heute zurück und es fällt uns immer noch nicht leicht.
Der Tod von Prof. Dr. Elmar Wienecke hat eine Lücke hinterlassen, die sich nicht schließen lässt. Sein Denken, seine Überzeugungen, seine jahrezehntelange Arbeit für die Gesundheit seiner Patient:innen und und die Forschung in der Mikronährstofftherapie, all das war der Kern von dem, was wir hier tun. Dass er nicht mehr da ist, werden wir in jeder Zeile spüren, die wir künftig schreiben.
Und dennoch: Wir möchten in seinem Sinne weitermachen und seine Vision weiter verwirklichen.
Die letzten Fernsehaufnahmen des Professors von Anfang März 2026 werden ab Juni auf QS24 gesendet und sein fast fertiges neues Buch wird auch in Kürze veröffentlicht.
In den kommenden Wochen werden wir an dieser Stelle auf einige der wichtigsten Inhalte und Themen zurückblicken, für die „der Prof“ Zeit seines Lebens eingestanden hat. Als Erinnerung und als Versprechen, das Lebenswerk, das er aufgebaut hat, weiter zu pflegen und weiterzutragen.
Für Sie als Patient:innen und Kund:innen sind wir weiterhin für Sie da.
Heute möchten wir auf die erste Sendung bei QS24 und das erste Gespräch mit Alexander Glogg zurückblicken, in dem Prof. Wienecke vor zienlcih genau 4 Jahren einen Überblick über seine Arbeit und das Feld der Mikronährstofftherapie und Regulationsmedizin gegeben hat.
Mit diesem Beitrag beginnen wir eine Reihe, in der wir auf einige zentrale Stationen seines wissenschaftlichen Wirkens zurückblicken. Wir möchten so an die Gedanken, Erkenntnisse und Überzeugungen erinnern, die Prof. Wienecke über Jahrzehnte geprägt und in einer für die moderne Medizin außergewöhnlichen Tiefe weiterentwickelt hat. Das Gespräch von damals führt mitten in das Zentrum seiner Forschung, in die Mikronährstofftherapie und die Regulationsmedizin.
Schon als junger Mensch wurde Prof. Wienecke mit den Grenzen klassischer Medizin konfrontiert. Bereits mit 18 Jahren hatte der ambitionierte Nachwuchsfußballer 13 Operationen hinter sich, viele Verletzungen waren ohne Fremdeinwirkung entstanden. Diese persönliche Betroffenheit war für ihn der Ausgangspunkt einer lebenslangen Suche nach den eigentlichen Ursachen hinter chronischen Beschwerden. Sie wurde zur Grundlage seiner späteren Forschung und zur Triebfeder einer Arbeit, die heute international Anerkennung findet.
Mikronährstofftherapie und Regulationsmedizin: Was bedeuten diese Begriffe?
Die Regulationsmedizin beschreibt Prof Wieneckes Ansatz, bei dem biochemische Störungen im Körper frühzeitig erkannt und durch die gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe korrigiert werden. Der Körper kann sich dadurch selbst regulieren und seine natürlichen Funktionsmechanismen wiederherstellen. Es geht dabei nicht nur um einzelne Defizite wie Eisenmangel oder Zinkmangel, sondern um das harmonische Zusammenspiel einer großen Palette von Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren. Diese Wissenschaft hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend neu positioniert und steht aktuell vor der Etablierung im medizinischen Mainstream.
Aufgabe der Mikronährstofftherapie ist die Harmonisierung und Normalisierung körpereigener Regulationsmechanismen. Während heute bereits über 200 Parameter messbar sind, kam es laut Prof. Wienecke nicht darauf an, einfach möglichst viele Werte zu erfassen. Entscheidend ist vielmehr die richtige Diagnostik und die Fähigkeit, funktionelle Zusammenhänge zu verstehen.
61.000 Menschen analysiert: Eine weltweit einzigartige Mikronährstoff Datenbank
Gemeinsam mit Prof. Zimmermann gründete Prof. Wienecke das Institut Saluto in Halle Westfalen, dessen Name auf die Salutogenese verweist, also den Ursprung von Gesundheit. Seit 1994 wurden dort über 61.000 Menschen ganzheitlich untersucht. Blut, Urin, Speichelproben und weitere Testergebnisse wurden in rund 300 verschiedenen Kategorien analysiert. Über 10.000 Ziel- und Referenzwerte bilden die Grundlage einer Datenbank, die in dieser Form weltweit einmalig ist. Ergänzt wurde sie bereits damals durch über 60 Diplomarbeiten aus dem Arbeitsbereich der Universität Bielefeld, die der wissenschaftlichen Tiefe dieser Forschung zugrunde liegen.
Bekannt wurde Saluto unter anderem durch die Betreuung von Spitzensportlern. Olympiasieger, Welt- und Europameister aus den verschiedensten Disziplinen vertrauten über Jahre auf das Konzept, das auch international Beachtung fand. So wurde Prof. Wienecke unter anderem von Jürgen Klinsmann zur Untersuchung der amerikanischen Nationalmannschaft hinzugezogen und unterstützte gemeinsam mit Ralf Rangnick fünf Jahre lang RB Leipzig auf dem Weg von der dritten Liga bis in die Champions League. Auch die Tennislegende Roger Federer hat über das Gerry Weber Stadion in Halle Berührungspunkte mit der Arbeit des Instituts.
Warum klassische Labordiagnostik oft an der Realität vorbeigeht
Eine der zentralen Botschaften war die Kritik an der bisher üblichen Labordiagnostik. Klassische Laboranalysen verwenden eine pauschale Bandbreite an Referenzwerten, die vom Baby bis zum Greis gleichermaßen gelten soll. Diese Vorgehensweise ignoriert jedoch die individuellen Unterschiede zwischen gesunden und kranken Menschen, zwischen jungen und alten Patienten sowie zwischen Männern und Frauen. Eine 70 jährige gesunde Frau hat schlicht andere Werte als eine 70 jährige Frau mit einer chronischen Erkrankung. Sie vergleichen also Äpfel mit Birnen, wenn Sie dieselben Referenzwerte zugrunde legen.
In dieser Mikronährstoff-Datenbank von Prof. Wienecke werden diese Unterschiede konsequent berücksichtigt. Über speziell entwickelte Algorithmen werden vergleichbare Profile zusammengeführt und individuell ausgewertet. So lässt sich für jede Person erkennen, an welchen Mikronährstoffen tatsächlich ein Mangel besteht und welche Mengen sinnvollerweise zugeführt werden sollten. Diese individuelle Beurteilung war für Prof. Wienecke die eigentliche Medizin der Zukunft.
Versorgungslücke mit Mikronährstoffen: Was die Forschung wirklich zeigt
Während offizielle Stellen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung die Auffassung vertreten, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen bei gesunder Mischkost selten ein Problem darstellt, zeichnen wissenschaftliche Studien ein anderes Bild. Die Global Burden of Disease Studie von 2009 bis 2010 zeigte, dass nur rund 20 Prozent der Bevölkerung als wirklich gesund eingestuft werden können. Lediglich 15 bis 30 Prozent erreichen die Mindestempfehlungen der Ernährungsgesellschaften.
Die Auswertungen aus der Datenbank von Saluto gehen sogar noch weiter. Bei 80 bis 90 Prozent der untersuchten Menschen wurden klare Defizite festgestellt. Diese Zahlen decken sich mit Statistiken der Krankenkassen, die zeigen, dass jeder zweite Bundesbürger in Deutschland und jeder dritte Europäer unter Müdigkeit, Schlafstörungen und zahlreichen kleinen Befindlichkeitsstörungen leidet. Viele dieser Symptome stehen in direktem Zusammenhang mit Mikronährstoffmängeln, ohne dass sich die Betroffenen dessen bewusst sind.
Hinzu kommt der Alltag des modernen Menschen. Ständige Erreichbarkeit, wenig Erholungsphasen, hohe psychische Beanspruchung und kaum erholsamer Schlaf führen zu einem überlasteten Stoffwechsel. Diesem Teufelskreis, dem heute praktisch jeder ausgesetzt ist, kann nur durch eine gezielte Substitution begegnet werden. Die offiziellen Empfehlungen der Ernährungsgesellschaften nennen lediglich einen Mindestbedarf, um gesund zu bleiben. Für ein echtes Optimum an Lebensqualität reichen diese Werte häufig nicht aus.
Klimawandel, CO2 und der Verlust an Mineralstoffen in Pflanzen
Eine besonders bemerkenswerte Erkenntnis betrifft die Auswirkungen des Klimawandels auf den Mineralstoffgehalt unserer Lebensmittel. Bereits 2002 simulierte ein amerikanischer Biologe in einem Gewächshaus den Treibhauseffekt mit einer Verdopplung des CO2 Gehalts. Innerhalb eines halben Jahres reduzierte sich der Gehalt an Magnesium, Zink und Selen in den Pflanzen um 15 bis 30 Prozent. Die TU Braunschweig bestätigte diese Beobachtungen 2010 in einem Feldversuch unter realen Bedingungen. Die Harvard University wertete 2018 entsprechende Daten aus 150 Ländern weltweit aus und kam zu vergleichbaren Ergebnissen.
Die Ursache ist biologisch erklärbar. Bei erhöhtem CO2 wachsen Pflanzen schneller, nehmen dabei jedoch weniger Mineralstoffe auf. Selbst Menschen, die sich bewusst und ausgewogen ernähren, können daher unter einer schleichenden Unterversorgung leiden. Hinzu kommen demografische Faktoren wie eine alternde Bevölkerung, in der nahezu jeder zweite Mensch über 50 Jahre regelmäßig Medikamente einnimmt. Viele dieser Medikamente haben Nebenwirkungen, die den Mikronährstoffhaushalt zusätzlich belasten und so zu einem immer größeren Defizit führen.
Myofasziale Strukturen und Omega 3 als Schlüssel zellulärer Kommunikation
Ein zentraler Schlüssel zur Gesundheit lag nach den Erkenntnissen von Prof. Wienecke in der Funktionsfähigkeit der myofaszialen Strukturen. Diese Bindegewebsstrukturen umgeben jede Nervenzelle und jede Sehne und dienen als Kommunikationsplattform für zahlreiche biochemische Prozesse. Sie beeinflussen die mentale Leistungsfähigkeit, die Verletzungsprophylaxe und die allgemeine Lebensqualität. Je besser die Versorgung mit Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen ist, desto besser funktioniert die sogenannte Permeabilität der Zellmembran.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Wirkung von Omega 3 Fettsäuren auf Nervenzellen. Bei optimaler Versorgung bilden sich neue Verbindungsstrukturen zwischen den Neuronen aus. Entzündungsreaktionen werden reduziert, und das System kann sich regenerieren. Bei hyperaktiven Kindern wurde ein dramatisch niedriger HS Omega 3 Index von nur 2,5 Prozent festgestellt, was die Funktionsfähigkeit des gesamten Nervensystems massiv beeinträchtigt. Bei chronischen Entzündungen oder rheumatischen Problemen hat der Körper unter solchen Bedingungen praktisch keine Chance auf Regeneration.
Akademische Verankerung: Der Master Studiengang an der FHM Bielefeld
Damit dieses Wissen in die Breite getragen werden konnte, wurde 2017 in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Mittelstand der erste Master und Zertifikatsstudiengang im Bereich Mikronährstofftherapie und Ernährungsmedizin gestartet. Vorausgegangen war die Gründung einer Stiftung für Mikronährstoffe, Prävention, Gesundheit und Lebensqualität im Jahr 2013.
Prof. Wieneckes ausdrückliches Ziel war es, diese Inhalte langfristig als integralen Bestandteil der Approbationsordnung für Ärzte zu etablieren. Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Ernährungswissenschaftler sollten als Multiplikatoren ausgebildet werden, die mit ihren Patienten auf einer wissenschaftlich evidenzbasierten Grundlage arbeiten können. Symposien mit renommierten Medizinern haben gezeigt, dass dieses Wissen im klassischen Medizinstudium bisher schlicht nicht vermittelt wird. Diese Aufgabe verstehen wir auch nach dem Tod unseres wissenschaftlichen Leiters als Auftrag, den wir in seinem Sinne weiterführen.
Energy for Health: Individuelle Mikronährstoffanalyse für gesunde und kranke Menschen
Während sich das Institut Saluto in erster Linie auf Menschen mit ernsthaften Erkrankungen konzentriert, wurde Energy for Health als eigene Einrichtung speziell für Personen geschaffen, die präventiv etwas für ihre Lebensqualität tun möchten. Die Analysen werden auf zellulärer Ebene durchgeführt und erfüllen die hohen Standards, die Prof. Wienecke an seine Untersuchungen anlegte. Kunden aus Kanada, Italien, Frankreich und Australien zeigen, dass dieser Ansatz international auf Resonanz stößt.
Das Vorgehen ist klar strukturiert. Ein Probeentnahme Set wird verschickt, kommt nach kurzer Zeit zurück und wird in Speziallaboren analysiert. Die Ergebnisse fließen anonym in die Datenbank ein, und Sie erhalten konkrete Empfehlungen, was Sie individuell zu sich nehmen sollten. So entsteht ein Gesundheitskonzept, das nicht auf pauschalen Vorgaben beruht, sondern auf der präzisen biochemischen Realität Ihres Körpers. Dieses Konzept führen wir auch nach dem Tod von Prof. Wienecke konsequent weiter.
Eine Einladung, Prof. Wienecke in seinen eigenen Worten zu erleben
Das Gespräch zwischen Prof. Dr. Elmar Wienecke und dem Team von QS24 bietet weit mehr Einblicke, Hintergrundinformationen und persönliche Anekdoten, als wir in einem Blogbeitrag wiedergeben können.
Wir laden Sie herzlich ein, sich das vollständige Videointerview anzusehen und Prof. Wienecke in seinen eigenen Worten kennenzulernen.
Gerade jetzt sind diese Aufnahmen ein wertvolles Vermächtnis seiner Forschung und seines visionären Denkens.
In den kommenden Wochen werden hier weitere Beiträge erscheinen, in denen wir wichtige Themen aus seinem Lebenswerk aufgreifen und vertiefen.