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Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe, in der wir auf das Lebenswerk unseres verstorbenen wissenschaftlichen Leiters Prof. Dr. Elmar Wienecke zurückblicken. In seinem Gespräch mit Alexander Glogg beim Schweizer Gesundheitsfernsehen QS24 zeigte Prof. Wienecke, wie seine Erkenntnisse aus der Betreuung von Olympiasiegern, Weltmeistern und Weltklassesportlern eine neue Ära der Medizin begründeten, die weit über den Spitzensport hinausreicht. Was er dort in jahrzehntelanger Forschung dokumentierte, bildet heute die Grundlage für eine individualisierte Gesundheitsversorgung, die jedem Menschen am Leistungslimit zugänglich sein soll.

Warum Spitzensportler das Immunsystem eines Schwerkranken haben können

Prof. Wienecke begann dieses Gespräch mit einer provokanten These, die er wissenschaftlich untermauerte:

In extremen Belastungsphasen kann das Immunsystem eines Spitzensportlers so geschwächt sein wie das eines schwer erkrankten Menschen.

Der Körper ist in diesen Phasen extrem anfällig, weil er an sogenannte körpereigene Strukturproteine geht. Das bedeutet, dass der Organismus Substanzen aus dem Knochen und der Knorpelsubstanz abbaut, um Energie zu gewinnen, wenn über die Ernährung nicht ausreichend zugeführt wird, was der Körper unter Belastung tatsächlich benötigt.

Um diesen Prozess sichtbar zu machen, setzte Prof. Wienecke auf spezifische Laborparameter. Die sogenannten Pyridinolin Crosslinks, ein Marker für den Knorpelstoffwechsel, und die DPD Werte für den Knochenstoffwechsel wurden zum zentralen Diagnosewerkzeug seiner Forschung. Die Ergebnisse aus Jahrzehnten der Datenerhebung zeigten einen klaren Zusammenhang: Wenn die Pyridinium Crosslinks Werte über 85 Nanomol pro Liter Kreatinin lagen, bestand ein signifikant erhöhtes Verletzungsrisiko. Diese Erkenntnis war die Grundlage für ein völlig neues Verständnis von Verletzungsprävention im Leistungssport.

Wie die deutsche Handball Nationalmannschaft mit Mikronährstofftherapie Weltmeister wurde

Eines der eindrücklichsten Beispiele aus der Arbeit von Prof. Wienecke war das europaweit einmalige Präventionskonzept für den Deutschen Handballbund. Von 2006 bis 2013 betreute sein Team insgesamt 198 Junioren Nationalspieler in einem umfassenden Programm, das zahnmedizinische, kardiologische, internistische, sportwissenschaftliche und ernährungsphysiologische Diagnostik vereinte. In diesem Zeitraum wurde die Mannschaft zweimal Weltmeister und zweimal Europameister.

Prof. Wienecke dokumentierte dabei einen konkreten Ablauf, der die Wirksamkeit seines Ansatzes eindrücklich belegte. In der Vorbereitungsphase vor einer Weltmeisterschaft zeigten die Spieler erhöhte Knorpel und Knochenstoffwechselwerte, ein Zeichen dafür, dass der Körper auf seine eigenen Reserven zugriff. Die Spieler hatten in dieser Phase nicht konsequent die individualisiert zusammengestellten Mikronährstoffrezepturen eingenommen. Nach einer erneuten Analyse und einer gezielten, über Apotheken individuell zusammengestellten Supplementierung zeigte sich bereits vier Wochen später ein völlig verändertes Bild: Die Werte normalisierten sich, die Spieler gingen nicht mehr an ihre körpereigenen Reserven, der Knorpel und Knochenstoffwechsel stabilisierte sich. Die Spieler berichteten von höherer mentaler Fitness, besserer Regeneration und einer spürbaren Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit.

Vegetatives Nervensystem und Mikronährstoffe: Eine weltweit einzigartige Studie mit 144 Profifußballern

Ein weiterer Meilenstein in der Forschung von Prof. Wienecke war die retrospektive Auswertung der Daten von 144 Profifußballern über eine komplette Saison. Diese Studie untersuchte erstmals weltweit den Zusammenhang zwischen der Mikronährstoffversorgung und dem vegetativen Nervensystem über einen 24 Stunden Zeitraum.

Die Ergebnisse waren eindeutig. Bei den Spielern, die keine individualisierten Mikronährstoffe einnahmen, sanken die relevanten Werte um bis zu 26 Prozent. Die Aminosäurewerte gingen um einen vergleichbaren Anteil zurück, und der Stressindex veränderte sich über die gesamte Saison nicht positiv. Bei der Gruppe, die eine gezielte Mikronährstofftherapie erhielt, zeigte sich das Gegenteil: Der Stressindex sank, der Parasympathikus als regenerative Komponente des Nervensystems wurde gestärkt, und die vegetative Balance verbesserte sich messbar. Die Schilddrüsenwerte harmonisierten sich ebenfalls.

Prof. Wienecke betonte, dass keine andere Studie weltweit diesen Zusammenhang zwischen vegetativen 24-Stunden-Parametern und der Mikronährstoffversorgung untersucht hatte. Die Erkenntnisse bestätigten seinen zentralen Ansatz: Den Körper in eine eigenständige Regulation zu führen, indem man gezielt zuführt, was fehlt, und die Dosierung je nach Belastungsphase adaptiert.

Warum ein Weltranglistenerster sich trotzdem verletzt: Individualisierung statt Pauschallösungen

Besonders eindrücklich war ein anonymisiertes Fallbeispiel aus dem Profitennis. Ein Weltranglistenerster kam nach einem dreiwöchigen Urlaub zur Vorbereitung auf die Australian Open. Die gemessenen Pyridinium Crosslinks waren trotz der Erholungsphase stark erhöht, ein deutliches Zeichen dafür, dass der Körper sich von der Vorbelastung noch nicht regeneriert hatte. Die Strukturproteine waren weiterhin stark beansprucht.

Prof. Wienecke empfahl, das Training moderater zu beginnen und dem Körper zunächst gezielt das zuzuführen, was fehlte. Diese Empfehlung wurde ignoriert. Drei Wochen später erlitt der Athlet einen Bandscheibenvorfall. Die Laborwerte hatten die Desregulation bereits vorher sichtbar gemacht. Dieser Fall illustrierte, was Prof. Wienecke immer wieder betonte: Die zelluläre Diagnostik kann drohende Verletzungen und Überlastungen erkennen, bevor sie klinisch manifest werden. Die Voraussetzung ist, dass die Ergebnisse ernst genommen und in die Trainingssteuerung integriert werden.

Was Spitzensport mit Ihrem Alltag zu tun hat: Leistungsgrenze ist Leistungsgrenze

Der entscheidende Transfer, den Prof. Wienecke in diesem Gespräch vollzog, betrifft jeden ambitionierten Menschen. Seine Beobachtung war klar: Der Mensch, der 60 oder gar 70 Stunden arbeitet und gleichzeitig sportlich kompensiert, geht für seinen Körper an dieselbe Leistungsgrenze wie ein Profisportler. Die Ebene ist eine andere, aber die biochemische Problematik ist identisch.

Wenn dem Körper unter Belastung fehlt, was er braucht, wird er reagieren. Achillessehnenprobleme, chronische Erschöpfung, Verletzungen ohne Fremdeinwirkung, Schlafstörungen. Diese Signale werden im Alltag häufig isoliert behandelt, statt nach der zugrunde liegenden biochemischen Ursache zu fragen. Prof. Wienecke machte keinen Unterschied zwischen dem Spitzensportler und der erschöpften Geschäftsfrau:

Die grundsätzliche Methode ist dieselbe:
Messen, was fehlt.
Gezielt zuführen.
Ernährungsverhalten anpassen.

Gleichzeitig warnte er eindringlich vor ungeprüften Produkten. Sportler, die mit „tonnenweise Aminosäuren“ zu ihm kamen, wurden zuerst auf Dopingfreiheit und wissenschaftliche Unbedenklichkeit geprüft. Individualisierte Mikronährstofftherapie auf seriöser Basis war für ihn nicht verhandelbar, egal ob im Spitzensport oder in der Allgemeinmedizin.

Evidenzbasierte Forschung ohne Lobby: Warum Mikronährstofftherapie keine Industrie hinter sich hat

Prof. Wienecke sprach in diesem Gespräch auch offen über ein strukturelles Problem: Hinter der Mikronährstofftherapie steht keine Lobby. Die Kosten für Laboranalysen und Supplementierung sind vergleichsweise gering, und ein gesunder Patient generiert keine Folgeeinnahmen für das Gesundheitssystem. Die wirtschaftlichen Anreize fehlen, obwohl die wissenschaftliche Evidenz vorhanden ist.

Die Mikronährstoffdatenbank war zu diesem Zeitpunkt bereits in die höchste wissenschaftliche Anerkennungskategorie aufgestiegen. Die retrospektive Aufarbeitung der Daten durch seine Studierenden im Masterstudiengang an der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld liefert bereits fortlaufend neue evidenzbasierte Ergebnisse. Die Studien können kostenlos über die Webseite der Hochschule abgerufen werden, ein bewusster Schritt, um Therapeuten, Apothekern und Ärzten den Zugang zu erleichtern.

Gesundheit als Balance individueller Lebensenergie

Einer der eindrücklichsten Momente dieses Gesprächs war ein Zitat, das Prof. Wienecke anführte:

„Gesundheit ist nicht das Gegenteil von Krankheit, sondern die Balance von individueller Lebensenergie.“

Dieser Satz fasst zusammen, wofür er ein Leben lang gearbeitet hat. Es ging ihm nie um die Behandlung von Symptomen, sondern um die Wiederherstellung einer biochemischen Balance, die den Menschen in die Lage versetzt, mit Lebensqualität und Energie alt zu werden.

Professor Wieneckes Lebenswerk ist die Überzeugung, dass diese Form der individualisierten, evidenzbasierten Medizin nicht einer sportlichen oder finanziellen Elite vorbehalten sein darf.

Energy for Health wurde aus genau diesem Grund geschaffen: Menschen ohne schwere Grunderkrankung den Zugang zu einer personalisierten Mikronährstoffdiagnostik zu ermöglichen, die auf derselben wissenschaftlichen Basis steht wie die Betreuung von Olympiasiegern und Weltmeistern.

Sein Medical Team führt diese Arbeit weiter.

Schauen Sie sich das gesamte Video an, um noch mehr Einblicke in die Forschung und das Denken von Prof. Dr. Elmar Wienecke zu gewinnen. Es lohnt sich, dieses Gespräch in voller Länge zu erleben: