Gesundheit am Arbeitsplatz wird häufig als rein menschliches Anliegen betrachtet. Doch sie ist zugleich eine betriebswirtschaftliche Größe von erheblicher Tragweite. In einem seiner letzten Gespräche beim Schweizer Gesundheitsfernsehen QS24 stellte Prof. Dr. Elmar Wienecke, Pionier der Mikronährstofftherapie, die Ergebnisse einer der ersten Studien dieser Art in Deutschland vor.
Über 720 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 14 Unternehmen wurden untersucht, und die Erkenntnisse sind sowohl für jeden Einzelnen als auch für ganze Organisationen von hoher Relevanz.
Im Folgenden erhalten Sie einen vertieften Einblick in die zentralen Befunde dieses Gesprächs.
Was wurde aus der Studie mit 720 Mitarbeitern aus 14 Unternehmen zu Mikronährstofftherapie als Wirtschaftsfaktor ermittelt?
Die Untersuchung trägt den Namen Health Games und umfasste insgesamt 720 gescreente Beschäftigte aus 14 Unternehmen, davon rund 330 Teilnehmerinnen und etwa 390 Teilnehmer. Die Altersstruktur war breit gefächert, mit einem Durchschnittsalter von etwa 38 Jahren bei den Männern und entsprechend großen Spannweiten zwischen Minimum und Maximum. Entscheidend war dabei die Art der Messung. Prof. Wienecke betonte wie so oft die Wichtigkeit, dass nicht im Serum, sondern zellulär gemessen wurde, also direkt in den Erythrozyten. Auf diese Weise lässt sich tatsächlich erkennen, was im Körper fehlt, bevor sich ein Mangel im klassischen Blutbild überhaupt zeigt.
Hintergrund dieser Methodik ist ein grundlegender Schutzmechanismus des menschlichen Körpers. Er hält die Energieversorgung so lange aufrecht, bis die Energiespeicher erschöpft sind, und greift anschließend auf körpereigene Strukturproteine zurück. Erst dann wird der Mensch krank. Genau deshalb ist die frühzeitige Erkennung so wichtig: Treten erst einmal Stimmungstöne oder Symptome auf, ist es bereits zu spät. Ein weiteres Problem liegt in der Auswertung. Selbst wenn Werte im Labor gemessen werden, fehlen vielerorts die Referenzdaten, um sie korrekt einzuordnen, sodass Patienten oft hören, es sei alles in Ordnung, obwohl es das nicht ist.
Vertrauen und Anonymität als Voraussetzung für betriebliche Gesundheitsstudien
Bevor eine solche Untersuchung im Unternehmen überhaupt stattfinden kann, muss Vertrauen aufgebaut werden. Viele Beschäftigte hegen zunächst die Sorge, gescannt zu werden und dass ihre persönlichen Daten an die Führungsebene gelangen könnten. Prof. Wienecke stellte unmissverständlich klar, dass dies nicht der Fall ist. Die Daten wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit anonymisiert erhoben, und jeder Teilnehmende erhielt einen persönlichen Mehrwert für sich selbst. Es geht ausdrücklich nicht darum, dass Informationen die Managementebene erreichen und dort Entscheidungen über einzelne Personen getroffen werden. Diese Vertrauensbasis war für das Gelingen der gesamten Studie ausschlaggebend, und die hohe Teilnahmebereitschaft bestätigte den Erfolg dieses Ansatzes.
Stressindex und Schlafqualität: Warum sich Belastung normalisiert hat
Besonders aufschlussreich waren die Befunde zum Stressniveau der untersuchten Belegschaft. Über eine 24-Stunden-Messung der Herzratenvariabilität zeigte sich ein deutliches Bild. Während 65 Prozent der untersuchten Mitarbeiter einen nachweislich sehr hohen Stressindex aufwiesen, empfanden nur 39 Prozent diese Belastung auch tatsächlich als solche. Diese Diskrepanz verdeutlicht ein zentrales Phänomen: Der Mensch gewöhnt sich erstaunlich schnell an belastende Bedingungen und nimmt den Stress irgendwann gar nicht mehr bewusst wahr, obwohl er gesundheitlich höchst negative Folgen hat.
Hinzu kommen weitere Belastungsfaktoren des Alltags. So waren 54 Prozent der Befragten mit ihren Ernährungsgewohnheiten nicht zufrieden, und 44 Prozent berichteten von einer schlechten Schlafqualität. Gerade der Schlaf ist von elementarer Bedeutung, denn in dieser Phase werden Hormone ausgeschüttet und der Körper tritt in die Regeneration ein. Bleibt diese Erholung aus, entsteht mit der Zeit eine sogenannte Deckelungs-Stresssituation, aus der sich der Einzelne kaum noch selbst befreien kann. Der gesamte Tagesverlauf zeigte in der Auswertung überwiegend rote und gelbe Anteile, während grüne Phasen echter Entspannung kaum vorkamen. Es ist daher fast überraschend, wie der Mensch unter diesen Bedingungen überhaupt sein natürliches Gleichgewicht zwischen Anspannung und Erholung aufrechterhalten kann.
Gezielte Mikronährstoffe senken den Stressindex deutlich
Der eindrucksvollste Befund betraf die Wirkung der gezielten Mikronährstoffgabe. Ohne dass die Teilnehmenden ihre Ernährung oder ihren Lebensstil verändert hätten, allein durch die individuelle Versorgung mit den passenden Mikronährstoffen, sank der Anteil der Personen mit hohem Stressindex von 65 Prozent auf lediglich 7 Prozent. Auch bei den Stimmungsschwankungen zeigte sich eine deutliche Verbesserung, denn nur noch zwei von ursprünglich 44 Prozent beschrieben extreme Schwankungen ihrer Stimmungslage.
Prof. Wienecke betonte dabei ehrlich, dass eine dauerhafte Ernährungsumstellung im stressigen Berufsalltag für die meisten Menschen kaum realistisch umsetzbar ist. Umso bemerkenswerter ist, dass sich diese Effekte ausschließlich durch die gezielte Zufuhr fehlender Substanzen erzielen ließen. Drei Faktoren machen dieses Mikronährstoffmanagement nach seiner Darstellung so erfolgreich:
- Es ist wissenschaftlich fundiert und durch zahlreiche evidenzbasierte Studien belegt
- Es ist konsequent individuell auf den einzelnen Menschen abgestimmt
- Es ist nachhaltig angelegt und beruht auf korrekter Messung statt auf willkürlicher Einnahme
Aminosäuren, Dopamin und Stressresilienz
Ein zentraler biochemischer Mechanismus, den Prof. Wienecke anschaulich erläuterte, betrifft die Aminosäuren. Phenylalanin dient als Vorstufe, aus der Tyrosin und in der Folge Dopamin aufgebaut wird. Dieser Neurotransmitter sorgt für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und ist maßgeblich für Motivation, Antrieb und einen ausgeglichenen Gemütszustand verantwortlich. Fehlen diese Aminosäuren, ist das System gleichsam blockiert. Der betroffene Mensch kann nicht mehr positiv auf Stress reagieren, empfindt nahezu alles als belastend und verfügt über keine Möglichkeit mehr, sich dagegen zu wehren.
Eine im Gespräch gezeigte Blutanalyse untermauerte diesen Zusammenhang: Probanden, deren Blut mehr Tyrosin enthielt, nahmen in Verhaltensexperimenten unfaire Angebote eher an, was auf eine höhere Belastbarkeit hindeutet. Wer ausreichend versorgt ist, kann mit ungünstigen Situationen schlicht besser umgehen. Bei der Schlafqualität spielt zudem Tryptophan eine Rolle, wobei Prof. Wienecke darauf hinwies, dass bei entzündlichen Prozessen die direkte Tryptophangabe kontraproduktiv sein kann und stattdessen 5-HTP zu bevorzugen ist. Die Nährstoffstruktur der untersuchten Belegschaft erklärte somit unmittelbar, warum erholsamer Schlaf und innere Ausgeglichenheit im Arbeitsalltag oft ausbleiben.
Schilddrüse als Regulator des vegetativen Nervensystems
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Schilddrüse, die Prof. Wienecke als zentralen Regulator des vegetativen Nervensystems bezeichnet. Der rein vegetativ optimale Bereich des TSH-Wertes liegt nach seiner Darstellung zwischen 1,6 und 2,2. In der Auswertung zeigte sich vor der Therapie eine große Streuung der Schilddrüsenwerte über die gesamte Gruppe hinweg. Nach der Mikronährstofftherapie hingegen normalisierten und harmonisierten sich diese Werte sichtbar im optimalen Korridor.
Die Folge dieser Harmonisierung reicht weit über das Labor hinaus. Beruhigt sich die Schilddrüse, beruhigt sich das gesamte vegetative Nervensystem, und damit verbessern sich Stimmung und Verhalten erheblich. Schilddrüse und Darmtrakt hängen dabei eng zusammen und bilden gemeinsam die Grundlage für eine ausgeglichene vegetative Steuerung. Dieser Zusammenhang macht deutlich, wie tiefgreifend eine gezielte Mikronährstoffversorgung in die grundlegenden Regelkreise des Körpers eingreifen kann.
Farbveränderung in der Diagnostik und die Rolle der Darmflora
Sehr anschaulich war der visuelle Vergleich der Blut-, Urin- und Speicheldiagnostik vor und nach der Behandlung. Vor der ersten Untersuchung zeigten sich die funktionellen Bereiche des Energiestoffwechsels sowie die Aminosäuren nahezu durchgehend rot, während Werte wie Magnesium und Zink gelb bis rot ausfielen. In der zweiten Analyse veränderte sich dieses Bild farblich grundlegend in Richtung des grünen Bereichs.
Voraussetzung für diesen Erfolg ist allerdings eine intakte Darmflora. Prof. Wienecke wies ehrlich darauf hin, dass das System nicht funktionieren kann, wenn eine starke Durchlässigkeit der Darmbarriere, ein sogenanntes Leaky Gut, vorliegt. Der Darm ist somit entscheidend für die Ansprechbarkeit des gesamten Organismus auf die Mikronährstoffgabe. Diese Ehrlichkeit gehört zum wissenschaftlichen Anspruch des Konzepts, denn nicht jeder Körper reagiert unter allen Umständen gleich.
Kognitive Leistungsfähigkeit und EEG-Messung im Unternehmenskontext
Im Rahmen der Untersuchungen wurde nach Darstellung von Prof. Wienecke erstmals in Europa eine EEG-Messung in diesem Zusammenhang durchgeführt. Sie zielte darauf ab, nachzuweisen, dass eine gezielte Mikronährstoffzufuhr auch die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann. Die EEG-Verläufe vor und nach der Versorgung zeigten eine messbare Steigerung der kognitiven Performance. Für Unternehmen ist dieser Aspekt von hoher Bedeutung, denn fokussierte und konzentrationsfähige Mitarbeitende sind entscheidend. Wer acht oder zehn Stunden arbeitet, ohne konzentriert zu sein, ist nicht produktiv. Gelingt es hingegen, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, profitieren Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen.
Lunch and Learn: Sensibilisierung schafft Eigenverantwortung
Ein praktischer und überraschend wirkungsvoller Baustein war das Format Lunch and Learn. In mehreren großen Unternehmen wurde während der Mittagspause ein etwa halbstündiger Vortrag gehalten und auf großen Monitoren übertragen. Aufzeichnungen wurden anschließend an Beschäftigte verschickt, die nicht persönlich teilnehmen konnten, woraufhin sich Mitarbeitende freiwillig für das Projekt melden durften. Die Unternehmen übernahmen die Kosten, und die Begeisterung war beträchtlich, weil viele zum ersten Mal das Gefühl hatten, dass etwas für sie selbst getan wird.
Entscheidend ist dabei der Gedanke der Eigenverantwortung. Es geht nicht darum, dass das Unternehmen für alles verantwortlich ist, sondern darum, dass auch die Beschäftigten selbst etwas für sich verändern. Bereits eine individuelle Beratung von 15 bis 20 Minuten ohne pauschale Aussagen führte zu einer massiven positiven Verhaltensänderung. Diese Sensibilisierung erreichte eine große Zahl von Mitarbeitenden in Ruhe und mit persönlichem Bezug, was nach Einschätzung von Prof. Wienecke in dieser Form zuvor kaum möglich war.
Gesundheit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
Über den menschlichen Nutzen hinaus belegt die Studie einen klaren ökonomischen Effekt. Nach den vorgestellten Ergebnissen führte das gezielte Mikronährstoffmanagement zu 15 bis 25 Prozent weniger krankheitsbedingten Ausfallzeiten, zu einer um etwa 20 Prozent höheren Produktivität und zu einer deutlich gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit. Prof. Wienecke verwies darauf, dass der Ansatz in Ländern wie Japan bereits gezielt im Unternehmenskontext eingesetzt wird, um die Leistungsfähigkeit zu fördern, und sogar in der Raumfahrtforschung Anwendung findet.
Der Leitgedanke lautet Prävention statt Reparatur. Angesichts einer Gesellschaft, in der bereits junge Menschen früher erkranken, stellt sich die Frage der Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems mit zunehmender Schärfe. Mikronährstoffmanagement versteht Prof. Wienecke dabei ausdrücklich nicht als Vorwurf an die Schulmedizin, sondern als additive Ergänzung. Statt willkürlich Präparate einzunehmen, gilt das Prinzip der personalisierten integrativen Medizin: zunächst korrekt messen, dann gezielt zuführen und anschließend erneut kontrollieren. Nur etwa 20 Prozent der Menschen in Europa ernähren sich so, wie es eigentlich notwendig wäre, weshalb die verbreitete Vorstellung, eine ausgewogene Ernährung allein decke den Bedarf, der Realität des modernen Alltags kaum standhält.
Gesundheit beginnt im Unternehmen und beim Einzelnen
Die Erkenntnisse aus der Untersuchung von 720 Mitarbeitenden zeigen mit bemerkenswerter Deutlichkeit, welches Potenzial in einer gezielten und individuell abgestimmten Mikronährstoffversorgung liegt. Bewusstsein für Gesundheit beginnt sowohl im Unternehmen als auch bei jedem einzelnen Menschen, denn nur wenn beide Seiten ihre Haltung verändern, kann das System dauerhaft funktionieren. Geben Sie Ihrem Körper das, was ihm fehlt, und Sie schaffen die Grundlage für mehr Energie im Alltag, ein starkes Immunsystem und erholsamen Schlaf.
Dieses Gespräch bietet noch zahlreiche weitere Details und persönliche Einblicke, die in einem Blogbeitrag nur angedeutet werden können. Schauen Sie sich daher unbedingt das vollständige Video an, um die gesamten Erkenntnisse und Einsichten von Prof. Dr. Elmar Wienecke im Original zu erleben.